Author Archives: @welterfahren

Chandni Chawk – the moonlight crossroads

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The history of Delhi as the capital of India reaches back to mythical ages. Its destiny shaped the changeful fate of the whole country under foreign rule: being conquered by Afghan invaders in 1193, it served as the power base of the Mogul empire until the British took over in 1803. A total of seven Islamic capitals (all names are still known by heart by every Indian scholar) was founded in this strategically important region, melting the various cultural influences over the centuries and lending each district a unique and distinctive character. ‘Old Delhi’, founded as the seventh capital in 1638 by the Mogul emperor Shah Jahan, is known for its narrow, crooked alleys, the Red Fort and the bazaar quarter Chandni Chawk.
I was lucky enough to discover this labyrinth with my new friends Vikás and Rohan, who took me out already on my very first weekend in India. Some say this is ‘the true India’, but that shortcuts in a too handy manner the variety which makes up this huge country. Sure enough, this place is pure chaos. Cars honking, three wheelers bleeping, Rickshaws ringing, pushcarters shouting. Marketeers sit behind their blankets on the ground, people sleep in the streets, heads on a brick, dogs stroll around, monkeys climb on the open electrical cabling. The smoke from the coal stoves of numberless street food trolleys mixes with the parfums of the bazaar, the odours of colorful spices in huge sacks and the smell of excrements on the sidewalks. “Chandni Chawk”, meaning “moonlight crossroads”, actually ows its name to a water reservoir on the ancient crossroads whose pond reflected the moon at night. But the romantic picture has given way to the bustle of an oriental market pouring out from squeezed little stores onto the streets.
After a rich lunch with a delicious naan and dal makhani, we, in the middle of the crowd, happened to meet a desperate dhl courier on his motorcycle: “we deliver everywhere”.

Ankunft

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Der Flug führte über die schmale Landbrücke der Türkei direkt in den Orient, Georgien und Aserbaidschan, Iran, Turkmenistan, Afghanistan, dann über Pakistan nach Delhi. Die Städtenamen, die ich auf dem Display mitverfolgte, klangen nach den Märchen von Tausendundeiner Nacht: Baku, Tiblisi, Taschkent, Kabul, Islamabad… Nach wolkenlosen, wunderschönen Ausblicken auf den Kaukasus und die karge Berglandschaft Irans im milden Licht des Sonnenuntergangs tauchten wir ein in die Nacht. Die in weiten Abständen auf der schwarzen Folie ausgestreuten, filigranen Lichterketten zivilisatorischer Ansammlungen wirkten so zart und verletzlich:  wie sensibel sind doch diese Netzwerke von Strom, Daten, Wasser, pulsierendem Verkehr, diese Polster,  die uns wie Watte einhüllen,  uns vom reinen Existieren abfedern, wie angreifbar und provisorisch diese komplexen Strukturen, die wir auf die Oberfläche der Welt gelegt haben!
Gegen Mitternacht Lokalzeit, nach 6390 Flugkilomotern, landete das Flugzeug in Neu-Delhi. Eine schwüle Hitze schlug mir entgegen, die schwere Luft der Monsunmonate, die mir noch bis Ende September zusetzen würde. Nach dem anstandslosen Passieren der Schalterbeamten, die ihre schwarzen Schnurrbärte zwirbelten, empfing mich sehr freundlich eine kleine Delegation, der Firmengründer und ein Mitarbeiter, die ich bereits in den iterierten Internetinterviews kennengelernt hatte.
Vorbei an streunenden Hunden und Müllsammlern mit hölzernen Handkarren fuhren wir in eine umzäunte Wohnsiedlung, zum guesthouse.
In den Gassen drehte ein mit einem Bambusstock bewaffneter, in regelmäßigen Abständen laut pfeifender Wächter seine Runden, während sich Geckos an den verhüllten Fenstern meines einfachen, komfortablen und klimatisierten Zimmers entlanghangelten.

Ferne Annäherungen

Indien-Lektüren

Indien-Lektüren

Welches Bild haben wir, habe ich von Indien?

Nachmittage mit dem überschaubaren Bestand indischer Reisebücher in der heimatlichen Stadtbibliothek ergaben den einschlägigen Stichwortkatalog: Sehnsuchtsort der Sinnsucher, “Subkontinent” der Extreme, mit derzeit 1,3 Milliarden Menschen bevölkerungsreichste Demokratie der Welt, Paradies vegetarischen Essens, orientalischer Zauber des marmornen Mausoleums Taj Mahal (“die Träne auf der Wange der Zeit”), Straßenchaos mit wilden Rikscharadlern, farbig leuchtenden Saris und zwingender Armut. So fremd und fern klangen die papiernen Boten, daß ich oft mit ungläubigem Erstaunen ihr junges Erscheinungsdatum zur Kenntnis nahm.
Die finale Zusage auf meine ungefähr ausgestreute Bewerbung als “Data Scientist” einer indischen Firma im Energiebereich verursachte eine gewisse Verlegenheit. In den Lebensläufen der hoffnungsvollen ‘young professionals’ meiner Generation ist Indien, anders als China, Hongkong, Usa, Japan, Singapur, Südkorea vielleicht, nicht unbedingt ein Pflichteintrag. Die Resonanz in meinem Freundeskreis bildete das Spektrum von verhaltener Zustimmung bis Ermutigung ab: Sigi wurde mein “Tatendrang zunehmend unheimlich”, Mark riet zur Bedachtsamkeit, Julia stimmte spontan ein indisches Wiegenlied an. Und Cordula und Michael gestalteten einen festlichen Indien-Abend mit ihren Bildern und Eindrücken von ’82.
In den nächsten Monaten werde ich selbst eintauchen in diese
vexierende Welt, werde meine eigene Spur neben die der Reiseführer legen. An meinen Erkundungen und Erfahrungen möchte ich mit diesen Beiträgen teilhaben lassen.